Google entfernt schadhafte Apps aus dem Play Store

Google prüft regelmässig seinen Play Store nach Apps, die nicht den Richtlinien entsprechen und Nutzern schaden könnten, beispielhaft mit Malware. Dazu werden täglich mit speziellen Programmen mehr als 1 Milliarde Apps nach Schadcodes gescannt. Schlussendlich geht es auch um die Glaubwürdigkeit, wenn Nutzern gebetsmühlenartig vermittelt wird, dass zur bestmöglichen Sicherheit nur Apps aus dem Play Store und keinen anderen Quellen installiert werden sollen.

Google Play StoreVor kurzem haben Sicherheitsforscher 41 Apps des Herstellers Kiniwini - der im Play Store unter dem Namen EniStudio erscheint - entdeckt, die alle einen Schadcode enthalten. Der Schadcode zielte auf gefälsche Werbeklicks ab, die Google selbst und seinen Werbepartnern mehrere Millionen US-Dollar Schaden verursacht hat. Der Hersteller scheint damit auch die Schutzmechanismen von Google umgangen zu sein, da sich der Schadcode vor diversen Google- und Virenscannern verbergen konnte. Die Apps sind mittlerweile alle aus dem Play Store entfernt worden.

Nach Angaben von googlewatchblog.de wurden diese Apps von rund 36 Millionen Usern heruntergeladen. Es handelte sich hauptsächlich um Spiele. Während der ahnungslose Nutzer nur den Inhalt des Spiels sah, wurden im Hintergrund Webseiten des Unternehmens geladen. Per JavaScript wurde der Code für Googles AdSense-Banner gesucht und automatisiert auf diesen geklickt. Für die Werbepartner war es in jedem Fall nicht möglich, die betrügerischen Klicks zu erkennen, da sie von Millionen unterschiedlicher Geräte und Nutzer stammten. Das Ergebnis waren volle Kassen für Kiniwini, die damit rund 300.000 US-Dollar Umsatz pro Monat machten. Nachdem die Apps bereits seit einigen Jahren im Play Store gelistet waren, geht man von mehreren Millionen US-Dollar Schaden aus. Unklar ist noch, ob die Schadcodes in den Apps bereits seit Beginn der Listung im Play Store aktiv waren oder nachträglich eingefügt wurden. 

Die Pointe an der Geschichte: Kiniwini möchte sämtliche betroffene Apps demnächst wieder mit einer aktualisierten Version in den Play Store bringen. Ein Hausverbot seitens Google dürfte trotz der Millionen-Abzocke nicht geplant sein!

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Harald Gschweidl
Harald Gschweidl

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