Spionagegefahr durch chinesische Smartphones?

Vorbei sind die Zeiten, als Samsung mit seinen Premiummodellen von einem Absatzrekord zum nächsten eilte. Der Konzern musste nun sogar einen Absatzrückgang von knapp 9% im ersten halben Jahr 2015 verzeichnen. Eine erhöhte Nachfrage nach den preiswerteren Modellen der chinesischen Anbieter Huawei, Lenovo und Xiaomi bescherten diesen nicht nur einen kräftigen Zuwachs von 10% bis 30%, sondern machte sie auch zu den großen Gewinnern im Jahr 2015. Mittelfristiges Ziel ist es, den Weltmarktführer Samsung vom Thron stoßen.

Nun soll der hart umgekämpfte Markt mit einem Sicherheitsproblem ganz neuer Qualität konfrontiert worden sein, für das es noch kein Gegenmittel gibt. Ein Unternehmen, das auf mobile Datensicherheit spezialisiert ist, soll bei rund 250 neuen Geräten einen vorinstallierten Spionagecode gefunden haben! Die Spionageprogramme sind sehr tief in der Software frisch ausgelieferter Smartphones versteckt und sollen sich nicht entfernen lassen. "In der Regel verstecken sie das Spionageprogramm in vorinstallierten Apps wie zum Beispiel Facebook und verknüpfen es so fest mit der ins Gerät eingebetteten Software, der sogenannten Firmware, dass sie keine Spuren hinterlassen. Selbst aufmerksame Kunden schöpfen keinen Verdacht" so ein Sprecher des Sicherheitsunternehmens. Damit sollen infizierte Smartphones eine Abfangstation für sensible Daten aller Art sein.

Das Spionageprogramm bietet Hackern oder Geheimdiensten angeblich ungehinderten Zugriff auf alle sensiblen Daten und soll es sogar ermöglichen SMS mit zu lesen, Gespräche abzuhören oder den Standort zu orten. Im Namen des Smartphone-Besitzers könnten Betrüger in Onlineshops einkaufen und das Onlinebankkonto belasten, denn auch die per SMS übermittelten Zugangscodes können mitgelesen werden.

Neben Handys asiatischer Billighersteller sollen auch Geräte von Huawei, Lenovo und Xiamoi betroffen sein.

Sind fest eingebaute Spionageprogramme auf Android-Smartphones erste Auswüchse eines Preiskampfes, der weltweit auf dem Smartphone-Markt tobt oder übles Guerilla-Marketing im harten Konkurrenzkampf?

 




Harald Gschweidl
Harald Gschweidl

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