Ist Handystrahlung doch gesundheitsgefährdend?

Verursacht oder fördert Handystrahlung doch Krebs? Diese Frage konnte bisher - auch mangels Langzeitstudien - nicht eindeutig beantwortet werden! Nun glaubt ein amerikanisches Forscherteam, welches in Auftrag der US-Regierung eine Studie an Ratten vorgenommen hat, dass zumindest eine gesundheitliche Beeinträchtigung durch Mobilfunkstrahlung gegeben ist.

Handystrahlung hat - so das bisherige Ergebnis dieser Studie - zumindest einen geringen Einfluss auf zwei Arten von Tumore: Dem Gehirntumor der Art Gliom und Tumore am Herzen! Betroffen von den Tumoren waren dabei aber nur die männlichen Tiere, bei den weiblichen Ratten konnte "nur" eine leicht geringere Geburtenrate festgestellt werden. 

Beauftragt wurde die Studie vom US National Toxicology Program (NTP), einer Organisation der US-Regierung. Die US-Regierung selbst hat bisher immer die Meinung vertreten, dass die meisten wissenschaftlichen Erkenntnisse gegen gesundheitliche Risiken sprechen. Selbst die WHO stellt die Mobilfunkstrahlung auf die gleiche Risikostufe wie Kaffee (Gruppe 2B). Ein leitender Toxikologe dieser Studie hält klar fest, dass die Gefährdung weit höher ist als bisher von der US-Regierung vertreten wurde und Schluss mit den Aussagen sein müsse, dass es bei Handystrahlung kein Risiko gibt.

Wie ist diese Studie einzuschätzen? Tatsächlich handelt es sich um die teuerste (25 Millionen US-Dollar) und umfassendste Studie, die jemals zu diesem Thema gemacht wurde. Die Vorbereitung dauerte aufgrund der Komplexität 9 Jahre. Seit dem Start wurden 2.500 Ratten und Mäuse täglich 9 Stunden der Strahlung im Frequenzband 900 MHz (GSM-Netz Europa) und 1900 MHz (CDMA-Netz USA) ausgesetzt.

Eine Zusammenfassung der Studienergebnisse finden Sie unter dem Link

http://biorxiv.org/content/early/2016/05/26/055699

Im Herbst 2017 soll ein vollständiger und umfassender Bericht vorgelegt werden.

Wir berichteten bereits über eine Datenbank zu elektromagnetischen Strahlenwerten von Smartphones und Tablets. Diesen Bericht können Sie unter dem Link

https://www.mediaforte.eu/blogs/news/80548417-datenbank-zu-elektromagnetischen-strahlungswerten-von-smartphones-und-tablets

nachlesen.

Die Datenbank für elektromagnetische Strahlenwerte von Smartphones und Tablets finden Sie beim Bundesamt für Strahlenschutz (BfS) unter dem Link

http://www.bfs.de/SiteGlobals/Forms/Suche/BfS/DE/SARsuche_Formular.html

Die Ärztekammer für Wien hat 10 medizinische Handy-Regeln erstellt, diese finden Sie unter dem Link

http://www.aekwien.at/news_pdf/9073_1.pdf 

 




Harald Gschweidl
Harald Gschweidl

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