Wichtiges zum Thema Datensicherung

In unserer zunehmend stark digitalisierten Welt haben wir immer mehr Daten auf unseren Endgeräten gespeichert. Wir alle sind von einem Großteil dieser Daten abhängig. Experten wiederholen gebetsmühlenartig regelmäßige Datensicherungen und Backups vornehmen! Manche Daten, wie persönliche Kontakte, sind dank sozialer Netzwerke schnell reproduzierbar. Andere Daten wurden in vielen Stunden mühevoller Arbeit erstellt und sind plötzlich nicht mehr auffindbar! Der Computer scheint die Datei einfach so verschluckt und gelöscht zu haben. Bei persönlichen und sensiblen Daten kann der Datenverlust aber auch gefährliche Auswirkungen haben, beispielhaft missbräuchliche Verwendung oder finanzieller Schaden.

Datenspeicherung

Alle Informationen auf Ihrem Computer werden innerhalb einer herkömmlichen Festplatte, wie Sie auch heute noch häufig vorkommt, auf magnetisierbaren Scheiben gespeichert. Diese Scheiben liegen übereinander und bilden einen Plattenstapel, der sich bis zu 15.000 mal in der Minute dreht – eine große Belastung. Technische Defekte in diesem Bereich sind zwar selten, kommen aber vor. 

Aufgezeichnet und gelesen werden die Daten auf elektromagnetischem Weg mit Hilfe eines Schreib- und Lesekopfs. Um zu verhindern, dass der Kopf die sich drehenden Scheiben im laufenden Betrieb berührt und zerkratzt, schwebt er auf einer hauchdünnen Luftschicht. Wird der Rechner während des Betriebs Erschütterungen ausgesetzt, kann der Schreib-/Lesekopf die Plattenoberfläche berühren und (teilweise) zerstören. Im Fachjargon wird das als "Headcrash" bezeichnet.

Da die Datenaufzeichnung auf elektromagnetischem Weg erfolgt, können auch starke magnetische Felder, zum Beispiel in der Nähe von Elektromotoren oder Lautsprechern, Ihre Daten zerstören. 

Technik hat ein Ablaufdatum und die Lebenserwartung von Geräten ist beschränkt. Schon alleine diese Tatsache sollte Grund genug sein, um regelmäßige Datensicherungen vorzunehmen.

Bei mobilen Geräten wie dem Smartphone oder Tablet kommt neben dem möglichem technischem Schaden noch die größere Wahrscheinlichkeit des Verlusts hinzu. Um die Daten im Verlustfall vor Fremden zu schützen, gibt es Möglichkeiten, das Gerät aus der Ferne zu orten, zu sperren oder die Daten darauf zu löschen. Ein gutes Backup stellt sicher, dass die Daten am neuen Gerät auf Abruf zur Verfügung stehen. Um die Daten vor Cyber-Kriminelle zu schützen ist erhöhte Aufmerksamkeit nötig. Mails mit Anhänge und Internet-Links sollten sorgsam geprüft werden, bevor man eine Handlung ausführt. Speziell wenn es sich um unbekannte Absender handelt. Tappt man trotzdem in die Falle, ist man oftmals mit einer Erpressung konfrontiert. Der Erpressungsversuch baut darauf auf, dass das Opfer über keine Datensicherung verfügt. 

Datenschutz

Mit einigen einfachen Maßnahmen kann man sich im Vorfeld bestmöglich gegen Datenverlust zu schützen.

Technische Maßnahmen

  • Vermeiden Sie Erschütterungen während des Betriebs Ihres Computers!
  • Setzen Sie Ihren Computer keinen starken elektromagnetischen Strahlen aus – etwa in der Nähe von Elektromotoren oder Lautsprechern, die Ihre Daten zerstören können.
  • Lagern Sie Speichermedien trocken und kühl und setzen sie sie nicht direktem Sonnenlicht aus.
  • Bewahren Sie mehrere Kopien von Speichermedien an unterschiedlichen Orten auf.
  • Beschriften Sie Speichermedien sorgfältig.

Maßnahmen des Benutzers

  • Leeren Sie den "Papierkorb" Ihres Betriebssystems und der Anwenderprogramme (etwa Mailprogramme) nicht automatisch, sondern prüfen Sie zunächst, ob irrtümlich wertvolle Daten darin enthalten sind.
  • Seien Sie vorsichtig, wenn Sie bestehende Textdateien als Vorlage für neue Dokumente nehmen: Speichern Sie die Dateien unter einem anderen Dokumentennamen, wenn Sie alte Versionen behalten wollen.
  • Beachten Sie die Vorsichtsmaßnahmen gegenüber Computerviren: Setzen Sie aktuelle Virenschutzsoftware ein, aktivieren Sie Ihre Firewall und öffnen Sie keine E-Mails aus verdächtiger Quelle.
  • Sichern Sie sensible Daten mit Passwörtern
  • Speichern Sie die System- und Programmdateien auf einer anderen Festplatte als die von Ihnen selbst erstellten Dateien. So können Sie Letztere einfacher regelmäßig abspeichern.
  • Überprüfen Sie von Zeit zu Zeit, ob die gespeicherten Daten mit Ihrer Software noch gelesen werden können – durch den rasanten technischen Fortschritt können hier Probleme entstehen.

Datensicherung

Sie sollten Ihre Daten regelmäßig auf einen Datenträger kopieren, den Sie sicher verwahren können. Betriebssysteme und Anwenderprogramme müssen nicht zwingend gesichert werden, da diese durch Reparaturmechanismen oder Neuinstallationen mit der originalen CD wieder hergestellt werden können. Es empfiehlt sich aber ein komplettes Backup anzulegen, auch vom Betriebssystem und den Anwenderprogrammen. Zwischenzeitlich ist die Gefahr des Datenverlustes durch einen Hackerangriff höher als durch ein technisches Gebrechen. Handelt es sich beim Hackerangriff um einen Verschlüsselungstrojaner, dann haben Sie weniger Mühe bei der Wiederherstellung des gesamten Betriebssystems und es funktioniert auf Knopfdruck. Zudem gehen Sie sicher, dass Sie keine Lösegeld für die Freigabe der Daten bezahlen müssen.

Wenn Sie Programme auf Ihre Bedürfnisse hin verändert haben, sollten Sie die Konfigurationsdaten extern speichern, weil Ihre Änderungen darin abgespeichert sind, z. Bsp. das Wörterbuch für die Rechtschreibung. In jedem Fall sollten Sie Ihre Anwendungsdaten sichern, also Dateien, die Sie selbst erstellt und auf dem Computer gespeichert haben. Das können Texte, Bilder, Tabellen oder andere Dokumente sein. Verschwinden diese Informationen, sind sie auf Nimmerwiedersehen verloren. Da hilft kein Zaubern, sondern nur eine regelmäßige Datensicherung.

Wie viel Aufwand Sie bei der Datensicherung betreiben, also wie oft Sie welche Dateien extern abspeichern, hängt ganz allein von Ihnen ab. Und davon, wie viel Zeit Sie fürs Speichern und Suchen investieren wollen.

Speichermedien

Als Speichermedien bieten sich für private Zwecke vor allem CD-ROMsDVDsUSB-Sticks oder Wechselfestplatten an. Die Lebensdauer der eingesetzten Speichermedien ist unterschiedlich und läßt sich nicht verläßlich auf Jahr und Tag begrenzen. Die Funktionsfähigkeit ist auch abhängig von der korrekten Handhabung und Lagerung.

Das Speichermedium ist allerdings nur eine Seite – zusätzlich müssen Sie auch sicher stellen, dass Sie die Daten auch abspielen können, und das ist keineswegs selbstverständlich. Nach spätestens 30 Jahren wandern bestehende Systeme (Betriebssysteme, Software-Programme) in die Mottenkiste. Beim Privatanwender sind es sogar nur zehn Jahre. Das Abspielen von Informationen, die nicht rechtzeitig in aktuelle Datenformate überführt wurden, ist dann nur noch sehr schwer möglich. Das ist vergleichbar mit den Schwierigkeiten, denen sich Besitzer von Schallplatten oder Super-8-Filmen heute gegenüber sehen.

Methoden der Datensicherung

Grundsätzlich können Sie Ihre Daten auf drei unterschiedliche Weisen sichern:

    1. Volldatensicherung

      Bei der Volldatensicherung werden sämtliche zu sichernden Dateien zu einem bestimmten Zeitpunkt auf einen zusätzlichen Datenträger gespeichert.

      Vorteil: Alle Daten liegen komplett vor. Sie müssen bei der Wiederherstellung der Dateien nicht lange suchen.

      Nachteil: Je nachdem, wie viele Daten Sie speichern, kann die Volldatensicherung sehr zeitaufwändig sein und viel Platz auf dem Speichermedium verbrauchen.

    2. Stufenweise (Inkrementelle) Datensicherung

      Sie führen zunächst eine Volldatensicherung durch. Bei der nächsten, der ersten "inkrementellen" Sicherung, speichern Sie nur noch jene Dateien ab, die sich seit der Volldatensicherung verändert haben. Bei allen weiteren inkrementellen Sicherungen speichern Sie jeweils nur jene Daten, die sich seit der letzten inkrementellen Sicherung verändert haben.

      Vorteil: Sie sparen Speicherplatz und brauchen weniger Zeit für die Datensicherung.

      Nachteil: Im Bedarfsfall müssen Sie zunächst die letzte Volldatensicherung auf das System übertragen. Anschließend müssen alle nach der Volldatensicherung angefertigten inkrementellen Datensicherungen eingespielt werden. Auch wenn nur eine einzelne Datei wiederhergestellt werden soll, ist der Aufwand gegenüber der Volldatensicherung daher wesentlich höher. Schließlich müssen Sie alle inkrementellen Datensicherungen und vielleicht sogar die letzte Volldatensicherung durchsehen, um die aktuelle Version einer Datei zu finden.

    3. Differentielle Datensicherung

      Auch dazu müssen Sie einmal eine Volldatensicherung durchführen. Danach werden bei jeder differentiellen Datensicherung alle Daten gesichert, die sich seit der letzten Volldatensicherung verändert haben. Der Unterschied zur inkrementellen Sicherung besteht also darin, dass hier immer alle Änderungen zur ersten Volldatensicherung gespeichert werden, und nicht nur die zur Vorversion.

      Vorteil: Die Wiederherstellung der Dateien ist im Bedarfsfall unkomplizierter und schneller. Sie müssen dann nur die letzte Volldatensicherung und die aktuelle differentielle Datensicherung parat haben.

      Nachteil: Gegenüber der inkrementellen Datensicherung brauchen Sie mehr Zeit und Platz auf dem Speichermedium.

 Backup-Software

Wenn Ihnen das alles zu kompliziert ist, dann können Sie auch entsprechende Backup-Softwareeinsetzen. Diese Programme, die den Speicherprozess automatisch abwickeln, gibt es auch für Privatanwender.

Weitere Möglichkeiten

Eine weitere Möglichkeit: Speichern Sie all jene Dateien, die Sie selbst erstellt haben, auf einem externen Speichermedium. Wie oft das notwendig ist, hängt davon ab, wie oft Sie Ihren PC nutzen und welche Daten Sie in jedem Fall benötigen. Bewahren Sie das Backup aber auf jeden Fall getrennt vom PC auf, am besten in einem anderen Raum. Sollten Sie Ihre Daten später aus irgend einem Grund verlieren, können sie einfach wieder auf den PC aufgespielt werden. Ihre persönlichen Einstellungen des Betriebssystems oder anderer Programme sind bei dieser Art der Datensicherung zwar nicht enthalten, aber diese lassen sich im Falle des Falles neu konfigurieren.

Alternativ zu CD-ROM, DVD oder USB-Sticks können Sie auch eine zweite Festplatte als Datensicherungsmedium verwenden. Damit diese nach der Datensicherung an einem anderen – sicheren – Ort aufbewahrt werden kann, sollte es eine externe Festplatte ("Wechselfestplatte") sein. Diese sind heutzutage bereits relativ preiswert und können in der Regel über USB unkompliziert angeschlossen werden. Viele haben darüber hinaus auch eine Software mit Backup-Funktionen vorinstalliert.

Sie haben also die Wahl: Entweder Sie nutzen eine Datensicherungssoftware oder Sie speichern nur Ihre selbst erstellten Daten regelmäßig auf einem externen Speichermedium. Für den Fall, dass Sie sich nicht zwischen den beiden Möglichkeiten entscheiden können, gilt: Doppelt hält besser!

Datenrettung

Sollten Ihre versehentlich gelöschten oder "korrupt" (beschädigt) gewordenen Daten nicht mit dem Datensicherungsprogramm wiederherstellbar sein, können sogenannte "Datenretter" im wahrsten Sinne des Wortes Ihre letzte Rettung sein. Verschiedene Softwarehersteller bieten dazu Programme an. Wenn Sie selbst damit nichts retten können, gibt es Firmen, die Daten im Speziallabor retten können. Weil das allerdings ziemlich teuer werden kann, sollten Sie vorher klären, ob sich der Aufwand lohnt.

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Harald Gschweidl
Harald Gschweidl

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