Denken verboten lautet das Rezept für die nächsten Millionengewinne

Komfort ist die Bequemlichkeit die mittlerweile auf der Präsenz von bestimmten Maschinen ruht! Darauf aufbauend unternehmen Konzerne alles, um es dem Menschen so bequem und komfortabel wie möglich zu machen. Werden die Komfortbedürfnisse des Menschen erfüllt, dann betrachtet er diese als selbstverständlich. Diese Gewohnheitsspirale führt dazu, dass das logische Denken abgeschaltet wird. Auf diesem Rezept beruhen mittlerweile sämtliche Massnahmen von Konzernen um die nächsten Millionengewinne erfolgreich einzufahren! Der Verbraucher wird geradezu daran trainiert, aus Bequemlichkeit zu handeln und das Denken zu unterlassen.

Amazon und der "Dash Button" ist das derzeit am heftig umstrittenste Beispiel dafür. Bei diesem vor kurzem berühmt gewordenen Knopf handelt es sich um einen selbstklebenden Button, der mit dem Internet über WLAN verbunden wird. Je Produkt wird ein eigener Dash Button benötigt. Über eine App wird die Packungsgröße sowie Bestellmenge konfiguriert oder geändert. Auf Knopfdruck können so verschiedene Produkte des Haushalts nachbestellt werden, z. Bsp. Waschmittel, Kaffee u.v.m. Wenn der Vorrat zu Ende geht genügt ein Knopfdruck um eine neue Bestellung bei Amazon auszulösen. Der Knopf sollte demnach gut platziert werden, um nicht unbeabsichtigt zu viele Bestellungen auszulösen. Stellt sich die Frage wie ein Wohnraum aussieht, der mit vielen kleinen Klebeknöpfen ausgestattet ist, die wie billige bunte Funk-Türklingeln wirken? Die Verbraucherschützer in immer mehr Ländern stellen sich dazu andere Fragen und warnen Konsumenten mittlerweile vor dem Einsatz dieser Klebebuttons. Diese kritisieren mit der fehlenden Umsetzung von gesetzlichen Vorgaben die Umgehung des hohen Verbraucherschutzniveau in der EU sowie die Preistransparenz. Amazon behält sich im Kleingedruckten des Vertrags das Recht vor, den Preis des Produkts jederzeit ändern zu können (dynamic pricing). Verbraucher sollen durch die Bequemlichkeit daran gewöhnt werden, bedenkenlos und ohne Preisvergleiche den Bestellknopf zu drücken.

Mit "Echo" schiebt Amazon bereits den nächsten digitalen Assistenten für Verbraucher nach, während die Konkurrenz noch nachdenkt was sie dem entgegen zu setzen hat. Echo soll dem Kunden noch mehr das Denken abnehmen und für diesen eine noch einfachere Entscheidungshilfe als der Dash Button darstellen. Echo sieht wie eine moderne Lautsprecherbox aus und ist ein kleiner Mini-Computer mit Sprachsteuerung. Neben Funktionen wie Musik abspielen kann der Verbraucher per Sprachbefehl Waren bei Amazon bestellen, d. h. es ist nicht einmal mehr ein Knopfdruck nötig.  

Alibaba wiederum setzt künftig bei einfacheren Bezahlungsprozessen an und kaufte sich das US-Biometrie Unternehmen EyeVerify. Im ersten Schritt soll die Identifizierung zum Kundenkonto mittels Augen-Scan erfolgen. Dazu wird ein Selfie über das Smartphone gemacht, damit das System erkennt, ob die Person zum registrierten Account übereinstimmt. Damit wären Passwörter oder Fingerabdrücke nicht mehr nötig. In Folge soll die ausgereifte Identifizierungsmethode als Bezahlungsmöglichkeit der Zukunft dienen. Auf gleiche Identifizierungsmethoden setzen auch Kreditkarten-Anbieter.

All das birgt neben den vielen Bedenken von Verbraucherschützern noch weitere Gefahren! Sämtliche Geräte sind mit dem Internet verbunden und fallen in den Bereich IoT (Internet of Things). Damit gewinnen die Unternehmen sehr viele Daten über den Verbraucher, z. Bsp. Produktvorlieben, Kaufgewohnheiten u.v.m. Geht man unachtsam um könnte es dazu führen, dass sogar das gesamte Familienleben, inkl. Kommunikation, aufgezeichnet und/oder übertragen wird. Besondere Achtsamkeit ist unbedingt erforderlich, denn sonst könnte der Verbraucher letztendlich komplett manipuliert und gesteuert werden.

Letztendlich kostet diese gesamte Technologie Geld! Konzerne wie Amazon lassen sich das auch durch den Verbraucher wieder bezahlen. Um in den Genuss dieser Bequemlichkeit zu kommen, muss der Verbraucher eine monatliche Grundgebühr bezahlen. Die Endgeräte kosten ebenfalls Geld. Unterm Strich meinen die Verbraucher kostengünstiger einzukaufen, doch die Gesamtkosten werden außer Acht gelassen und relativieren wiederum den niedrigen Produktpreis.

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Harald Gschweidl
Harald Gschweidl

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